Tonhain Kollektiv
© Clara Evens
Konzert: Dream Portraits
Freitag, 20. März 2026 um 19:00
präsentiert von
Tonhain Kollektiv e.V.
Beschreibung
Margaret Bonds, eine schwarze Komponistin und Pianistin, studierte in den 1930er Jahren an der Northwestern University in Chicago – einer Zeit, die von schwerer Rassendiskriminierung und Unterdrückung in den Vereinigten Staaten geprägt war. Zu Texten des Dichters und Aktivisten Langston Hughes reflektiert Three Dream Portraits Bonds' Auseinandersetzung mit der afroamerikanischen Identität und ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Maurice Ravels Chansons Madécasses (Madagaskar-Lieder) vertont eindrucksvolle Texte von Évariste de Parny, einem französischen Dichter, der sich die Stimmen der indigenen Bevölkerung Madagaskars vorstellte. Die Lieder thematisieren den Widerstand gegen die koloniale Unterdrückung – eine ergreifende Reflexion über kulturelle Identität und politischen Kampf. In den 1930er Jahren komponierten Kurt Weill und Hanns Eisler in Deutschland eine Vielzahl von Protestliedern – sowohl satirische als auch aufbauende –, um auf den Aufstieg des Faschismus zu reagieren und zum Widerstand gegen die zunehmende Unterdrückung anzuregen. 1941 schrieb Olivier Messiaen sein legendäres Quartett für das Ende der Zeit, während er als Kriegsgefangener in Görlitz inhaftiert war. Dieses Meisterwerk verkörpert menschliche Ausdauer und spirituellen Triumph inmitten dunkelster Not und verbindet mystische Symbolik mit bahnbrechender musikalischer Innovation.
Programm
Margaret Bonds: Three Dream Portraits für Stimme und Klavier ~6'
Kurt Weill: "Und was bekam des Soldaten Weib?" & "Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens" ~7'
Hanns Eisler: "Solidaritätslied", "An den kleinen Radioapparat", & "Die Landschaft des Exils" ~6'
Maurice Ravel: Chansons madécasses für Flöte, Stimme, Violoncello, Klavier (1925/6) ~14'

Olivier Messiaen: Quartett für das Ende der Zeit (1941) für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier ~50'
Künstler*innen
Tonhain Kollektiv
© Sander Stuart
Tonhain Kollektiv
Der Tonhain Kollektiv e.V. ist eine Gruppe junger, dynamischer Musiker, die die Kammermusikszene in Berlin neu erfinden wollen. Mit ihrem festen Sitz im Tonhain, einem intimen neuen Konzertsaal in Steglitz, und ihrer einzigartigen kollektiven Führungsstruktur wollen sie ein innovatives Zentrum für Kammermusik schaffen, das Musiker der jüngeren Generationen aus Berlin präsentiert. In ihren Rollen als Darsteller-Organisatoren suchen sie nach Verbindungen zwischen ihrem Handwerk und einer Vielzahl anderer Bereiche. Durch interdisziplinäre Konzertformate, die Programmierung von Werken, die für die zeitgenössische Gesellschaft relevant sind, und die Nutzung der Werkzeuge des digitalen Zeitalters bei gleichzeitiger Wahrung der höchsten künstlerischen Qualität strebt das Tonhain Kollektiv an, ein jüngeres und breiteres Publikum als das typische Kammermusik-Konzert zu erreichen. Sie laden ihr Publikum ein, mit ihnen die vielen Rollen zu erkunden, die die Kunst in der Gesellschaft spielt, die Verbindungen zwischen Musik und anderen Bereichen sowie die einzigartigen Chancen und Herausforderungen, vor denen Musiker im 21. Jahrhundert stehen.
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